Geschichte

Juni 1986:

13 arbeitslose Menschen besetzen ein Gebäude der Hoesch Stahl AG in Dortmund auf dem heutigen Gelände des Union Gewerbehofs. Nach wenigen Wochen wird die Besetzung durch einen Nutzungsvertrag zwischen Hoesch und einem Trägerverein für so genannte Arbeitsbeschaffungsmaßnahmen in Dortmund abgelöst. Dieser Trägerverein zusammen mit kleinen, neu gegründeten Unternehmen bildet die Nutzergemeinschaft.

 

Sommer 1987:

Weitere Gebäudeteile werden in den Nutzungsvertrag mit einbezogen, durch Unternehmensgründungen vergrößert sich die Nutzergemeinschaft. Sowohl die schlechte Gebäudesubstanz als auch die Verkopplung der Gebäude mit dem Stahlwerk erschweren allerdings die Erweiterung und eine dauerhafte Nutzung. Verhandlungen mit Hoesch über den Ankauf eines abtrennbaren Teils des Geländes werden geführt und gleichzeitig wird nach Finanzierungsmöglichkeit für den Umbau und die Umnutzung gesucht.

 

Mai 1988:

Für den anstehenden Kauf des Geländes erweist sich die Nutzergemeinschaft als ein zu lockeres Band. Vier Einzelpersonen ergreifen die Initiative und gründen eine GmbH. Dieser wird ein Zuschuss aus dem Technologieprogramm Wirtschaft im Rahmen der Zukunftsinitiative Montanregion des Landes NRW gewährt als Anteilsfinanzierung für einen umwelt- und sozialverträglichen Gewerbehof. Entsprechend bekommt die GmbH den Namen „Union Gewerbehof für umwelt- und sozialverträgliche Techniken GmbH“. Die GmbH beantragt die steuerliche Gemeinnützigkeit zur Förderung des Umweltschutzes und bekommt diese anerkannt. Die Zahl der Gesellschafter der GmbH erhöhte sich in den Jahren danach auf ca. 40 Personen, ist aber in den letzten Jahren wieder rückläufig.

 

1988-1991:

Durchführung des Projekts „Umwelt- und sozialverträglicher Gewerbehof“ durch die Union Gewerbehof GmbH.  Das Projekt umfasst neben dem Kauf und der Renovierung der Gebäude Qualifizierungsmaßnahmen für Handwerker in ökologischer Gebäudetechnik und für Leitungspersonal in sozialen Initiativen. Außerdem gehört selbstverständlich auch der Aufbau des Gewerbehofs zu dem Projekt. Da es sich bei der Projektfinanzierung nur um eine Anteilsfinanzierung handelt, werden die notwendigen Eigenanteile an den Gesamtkosten des Projekts durch das Eigenkapital der GmbH, durch Eigenleistungen der ansässigen Unternehmen und ein Hypothekendarlehen aufgebracht. Die Renovierungsmaßnahmen am Gebäude umfassen die Erneuerung der Fenster, der Heizungsanlage, sanitärer Einrichtungen und teilweise der Dächer der Gebäude. Die Gebäudestruktur wird weitgehend erhalten und mit Hilfe ökologischer Baustoffe renoviert und bei Bedarf den Nutzungsnotwendigkeiten der Mieter angepasst. Die Erprobung und Demonstration umweltgerechter Lösungen in der Renovierung wirtschaftlich genutzte Gebäude ist das Hauptanliegen.

 

Juni 1992

Im Landeswettbewerb „Umweltverträgliches Bauen im Bestand“ erhält der UGW den ersten Preis durch die Ministerin für Bauen und Wohnen des Landes NRW.

 

Sommer 1994

Durch die Anmietung und anschließende Renovierung weiterer Gebäude des Stahlunternehmens Hoesch verdoppelt der UGW die zu vermietende Fläche.

 

Sommer 1995

Unter dem Motto „gemeinsam selbstständig Arbeiten“ (GESA) entsteht im UGW eine Unternehmensgründungsinitiative von Frauen, die nachhaltig den Anteil der durch Frauen geführte Betriebe im Union Gewerbehof erhöht.

 

Sommer 1996

Zum 10-jährigen Bestehen gibt es im Union Gewerbehof 40 kleine Unternehmen mit insgesamt ca. 150 Arbeitsplätzen. Viele dieser Unternehmen erbringen Dienstleistungen und produzieren Güter unter dem Label Ökologie. Bei der Gründung des Gewerbehofs war das noch ein exotisches Anliegen. 1995 waren ökologische Kriterien allerdings ein weit über den Gewerbehof hinausgehender anerkannter Standard einer nachhaltigen Produktion.

 

Herbst 1997

Mit Beginn der Heizperiode 1997/98 löste sich der UGW aus dem Energieverbund mit dem benachbarten Stahlunternehmen und wird seitdem durch ein Energiesparcontracting mit der Dortmunder Energie und Wasser und durch ein hauseigenes Blockheizkraftwerk versorgt.

 

Winter 1998

Das Finanzamt Dortmund erkennt der Union Gewerbehof GmbH die steuerliche Gemeinnützigkeit ab. Der Rechtsstreit über die daraus resultierende Steuernachforderung zieht sich bis in den Sommer 2005 hin und lähmt die weiteren Entwicklungsmöglichkeiten des UGW. Der Rechtsstreit endet zugunsten des UGW und ermöglicht eine gedeihliche Weiterarbeit.

 

Sommer 2006

Zum 20jährigen Bestehen sind im Union Gewerbehof 54 kleine Unternehmen ansässig. Eindeutige Schwerpunkte der Inhalte der Unternehmensgegenstände der mietenden Firmen sind nicht zu identifizieren. Das Label Ökologie ist nicht mehr tragend. Allerdings ist das Anliegen, neue Erwerbsmöglichkeiten für Leute, die arbeitslos sind bzw. waren, zu schaffen und zu erhalten, nach wie vor Triebfeder der Aktivitäten. Schließlich hat Dortmund im Jahre 2006 genauso wie bereits bei der Gründung des Union Gewerbehofs vor 20 Jahren eine Arbeitslosenquote von rund 17 Prozent.

Frühlings-Flohmarkt am Sonntag, 24. April 2016

Von 11 bis 18 Uhr veranstalten wir zusammen mit dem Hofcafè den 4. Frühlings-Flohmarkt. Die Urbanisten bieten wieder eine Pflanzentauschbörse an. 

Anmeldungen mit einem Stand bitte unter flohmarkt(at)union-gewerbehof.de. Kosten 15 Euro für 3 lfm (jeder weitere lfm 5 Euro).  Wir bitten um eine verbindliche Anmeldung mit Zahlung der Standgebühr bis zum 10. April 2016. Danach erfolgt die Standeinteilung, die per Mail an die TeilnehmerInnen verschickt wird. Einzahlung der Standgebühr bei der Sparkasse Dortmund IBAN: DE60440501990001220179.

 

 

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